Vier Linden
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www.bf-vln.de - Ein kleines Wehr
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Ein kleines Wehr

Ein Foto von www.bf-vln.de
Als kleinen Blickfang auf einem Streckenmodul möchte ich mal einen Fluß bauen, der von einer Brücke überspannt wird. Inspiriert vom Buch "Gruß aus Ferbach" sollte der Fluß aber mit einem Wehr aufgestaut sein.

Als erstes ging es also raus ins Grüne - Wehre anschauen.
Es gibt etliche verschiedene Bauarten, eine, die mir sehr gut zugesagt hat, habe ich in Diepholz gefunden. Dort gibt es zwei sehr ähnliche Wehre, eins direkt beim neuen Rathaus, eins etwas ausserhalb der Stadt. Beide sehen schon alt aus, sind aber so modern, dass sie gekappselte Mechaniken haben, sodaß man diese nicht aufwendig nachbauen muss.
Von wann sie wirklich sind weiß ich nicht, aber ich hoffe mal, dass es auch sonst niemand weiß. ;-)
Ich habe etliche Bilder gemacht, unter anderem die nächsten fünf. Diese habe ich ausgedruckt und mit an den Basteltisch genommen, nach ihnen habe ich dann das Wehr gebaut.
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Das Wehr, das etwas außerhalb der Stadt liegt.
Ich habe dieses Foto vor allem für die Farbgebung und die Verankerung in den Pfeilern verwendet.
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Das Wehr am Rathaus.
Gut zu sehen ist, dass die U-Profile, die die Schieber halten, im Pfeiler versenkt sind.
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Die Verbindung zwischen dem stehendem U-Profil, in dem die Schieber laufen, und den beiden liegenden, die die Mechanik tragen.
Die Schachbretttafel ist ein Bogen Papier, der mit Karos bedruckt ist, die genau 87mm Kantenlänge haben, also 1mm für meine Modellbahn.
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Das Zahnrad, das die Schieber an den Zahnstangen auf und ab bewegt, ist in diesem Gußteil versteckt. Die Wellen verbinden es mit dem Getriebe,...
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...das hier zu sehen ist. Die Kurbeln fehlen, sie können auf den Vierkant, den man vorne im Bild sieht, aufgesteckt werden.
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Ich habe mit dem Bau der Träger angefangen - ich klebte sie aus Streifen einer 0,25mm-Polystyrolplatte zusammen, da mir gekaufte Profile zu teuer waren.
Das lässt sich einfach machen, indem man die Streifchen in eine 90-Kante legt, bei mir zwischen einer Spiegelkachel und einem Stahlklotz, den ich darauf festgeklammert habe. Dann einen winzigen Tropfen Dichlormethan (Achtung! Das Zeug ist giftig, steht im Verdacht Krebs auszulösen und macht die Haut kaputt - informiert euch, bevor ihr damit arbeitet! Aber es klebt prima.) auf die Mitte gegeben und von da aus zu den Enden hin verklebt.
Ein netter Nebeneffekt ist, dass man so auch wirklich scharfe Kanten hat!
Die beiden Unteren sind 2x1mm, für die Querträger, die Oberen 3x1mm, für die stehenden Träger.
Auch auf diesem Bild zu sehen sind die "Bleche", die die Träger verbinden sollen.
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Erst habe ich die Versteifungsbleche an die stehenden Träger geklebt, dann die querliegenden Träger daran.
Hier kam wieder Dichlormethan zum Einsatz.
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Die Mechaniken habe ich auf 1,5mm dickem Polystyrol angerissen und dann die Kontur gefeilt.
Sie stehen auf 0,25mm dünnen Platten.
Nicht vergessen darf man die Löcher für die Wellen!
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Die Wellen zwischen den Mechaniken habe ich aus 0,4mm-Messingdraht gebaut. Im Nachhinein weiß ich, dass man erst die Teile auf den Draht fädeln sollte, um sie danach aufzukleben. Meine Variante - erst kleben, dann fädeln - ist absolut ungeeignet.
Die seitlichen Fundamente sollen gemauert sein.
Ich habe mit einem Kern aus normalem, unstrukturiertem, Polystyrol angefangen. Über die hochkant stehende Platte wird später das Wasser "fließen". Ich habe sie vor allem eingebaut, um das Wehr zu versteifen. Wenn die beiden Fundamente nur über die filigrane Konstruktion aus U-Profilen verbunden wären, würde diese vermutlich nicht lange halten.
Zum Verkleben der Platten eignet sich Faller-Kleber besser als Dichlormethan!
Dies ist der Zustand, in dem das Wehr nach nur drei Tagen Bauzeit (aber natürlich immer nur eine Weile pro Tag - vielleicht eine Stunde) war. Da es später auf einer Stufe aus Holz aufgeklebt werden soll, muss es dieser natürlich angepasst sein. Deshalb muss es sich auf der Batterie (Typ AAA, auch gut als Maßstab :-) ) abstützen.
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Die Fundamente haben ihre Verkleidung aus Vollmer-Ziegelplatten, für Spur N - und selbst das ist noch arg grob. Aber sie gefallen mir recht gut, da die Steine nicht exakt in einer Ebene liegen.
Der Übergang entstand aus einem U-Profil 8x1mm und daraufgeklebten, 3x0,7mm kleinen Holzstreifen.
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Damit niemand von dem Übergang fallen kann, hat das gesamte Wehr noch ein Geländer bekommen.
Dazu habe ich zuerst die Stützen aus 0,4mm-Draht in Löcher auf kleine Platten, die die Verankerung darstellen sollen, geklebt. Dann habe ich alle auf eine einheitliche Höhe geschnitten und den oberen Draht aufgelötet.
Wenn man zügig lötet, schmilzt das Polystyrol nicht, und benachbarte Lötstellen gehen nicht auf.
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Der Schieber entstand aus der gleichen Holzleiste wie die Bohlen des Überganges, und einem Streifen Papier der sie zusammenhält.
Um den dünnen Streifen gut verkleben zu können, habe ich ihn mit zwei Pinzetten gepackt, und über einen Pritt-Stift gezogen.
Untereinander sind die Holzstreifen nicht verklebt, der Schieber ist so also sehr instabil. Nach dem Einbau wird er aber vom Wehr mitgehalten, dann ist das nicht mehr so schlimm.
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Bei der Farbgebung habe ich mich am Originalfoto orientiert.
Ich habe das Wehr zuerst grau angestrichen, die Ziegel dunkelrot.
Da das Wehr aus Stahl gebaut wurde, ist es natürlich verrostet, dieses habe ich mit Rostbraun nachgebildet, das ich mit einem fast trockenen Pinsel aufgetupft habe.
Danach habe ich noch eine Schicht Moos genauso aufgetragen.
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Durch das Tupfen erhält der Lackauftrag eine sehr schöne, rauhe Oberfläche.
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Beim Bemalen muss man aufpassen, dass man wirklich jede Stelle erwischt. Mitunter ist das recht schwer - vor allem zwischen den Trägern!
Erst ganz zum Schluss habe ich den Schieber mit wenig Sekundenkleber eingeklebt!
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Das Holz habe mit stark verdünnter schwarzer und brauner Farbe (einfach ein dreckiges Gemisch...) gebeizt.
Wie sich später herausstellte war das ein Fehler: Das Holz hat sich auf der Oberseite zusammengezogen, der Übergang bog sich durch und, weil er in der Mitte vom stabilen Geländer gehalten wird, brach an den Enden die Klebestellen. Dies lässt sich vermutlich vermeiden, wenn man das Holz erst beizt, recht lange trocknen lässt, und dann einklebt.
Die Fundamente sind oben noch unlackiert, dies werde ich machen, wenn ich den Weg drumherum gestalte. Sie sollen auch von Sand oder Splitt bedeckt sein.
Dafür hätte die Deckplatte besser ein Stück abgesenkt sein sollen.
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Das Wehr kurz vor der Vollendung - nach diesem Bild habe ich nur den Schieber noch ein wenig mehr vermoost.
(Das Bild gibt es auch in großer Auflösung - 1024x768px, 103kB - weil es mir so gut gefällt :-) )

Material und Kosten
0,25mm Polystyrol  
1,5mm Polystyrol  
0,4mm Messingdraht  
3x0,5mm Holzleisten 60ct.
Papier  
Vollmer Mauerplatte 50ct.
Insgesamt 1,10€

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Letzte inhaltliche Änderung: 28.06.2004, Tobias Meyer, website.2017@bf-vln.de.
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