Vier Linden
Vier Linden
www.bf-vln.de - Selbstbau: Schienenwagen Smr 35
www.bf-vln.de - Selbstbau: Schienenwagen Smr 35

Komplettselbstbau des Smr 35

Ein Foto von www.bf-vln.de
Den zweiachsigen Schienenwagen Smr 35 mit seinem durchbrochenen Rahmen finde ich so interessant, dass ich ihn gerne nachbauen wollte. Aus finanziellen Gründen und als Technologiedemonstrator alledings nicht mit dem Modell von Weinert, sondern aus PS – sozusagen um auszuloten, zu welchen Konstruktionen Polystyrol im Stande ist. Der komplette Rahmen entsteht daher aus Plattenmaterial, lediglich die Rungen werden zugekauft. Zunächst hatte ich auch hier den Selbstbau vor, aber irgendwann soll so ein Projekt schließlich auch fertig werden.
Erik Meltzer hat zwar auf www.modellbahnfrokler.de einen Bastelbogen veröffentlicht, doch ist dieser nicht maßstäblich.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Als erstes habe ich den Rahmen aus einer Platte, den Pufferbohlen und den seitlichen Langträgern zusammengeklebt. Die Stahlklötze halten alles exakt im rechten Winkel.
Alle Maße habe ich von der Orignalzeichnung von www.modellbahnfrokler.de abgenommen. Mittlerweile gibt es Band 5 der Güterwagen-Reihe von Stefan Carstens, in dem auch eine gute Maßzeichnung enthalten ist.
Die Löcher direkt bohren habe ich mich nicht getraut, stattdessen habe ich mich in 0,5mm Schritten an das Sollmaß herangetastet. Die 3mm-Löcher im Rahmen sind leider leicht dreieckig geworden, doch ließen sich mit einer kleinen runden Feile retten.
Zum Zeitpunkt des Baus des Rahmens hatte ich nur weißes Polystyrol zur Verfügung. Mit meinem heutigen Kenntnisstand würde ich auf schwarzes PS zurückgreifen, denn bei diesem fallen bei Lackschäden die entstehenden Fehlstellen weniger auf.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Als nächstes kommen die mittleren Querstege zwischen die seitlichen Langträger.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Danach die mittleren Langträger und die diagonalen Träger.
Der Rahmen ist dann schon ziemlich steif, obwohl er komplett aus nur 0,5mm dünnem Polystyrol besteht!
Zum Abschluß kommen nur noch die fehlenden Querträger in den Rahmen und schon ist der Rohbau fertig.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Als Achshalter werden Bauteile vom Linz von Liliput verwendet. Ich hatte das Glück, dass ein Freund den Aufbau gebrauchen konnte; so konnten wir einen Wagen aufteilen und mussten keine Ersatzteile besorgen. Leider sind diese Achshalter etwas zu hoch, um den Wagenboden mit einfach untergeklebten Achshaltern maßstäblich zu bauen.
Damit die Oberfläche des Wagens wenigstens etwa auf die richtige Höhe kommt, muss in die Bodenplatte ein Ausschnitt geschnitten werden. Geschickter wäre es gewesen, diesen gleich zu Beginn vorzusehen, aber ehrlich gesagt hatte ich mir bis hierhin noch gar keine Gedanken über die Radlager gemacht.
Selbst mit den Ausschnitten sind die Puffer zwar noch etwas zu hoch - aber was Fleischmann darf, darf ich auch. Und so viel ist es nun auch wieder nicht, das fällt gar nicht auf.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Langträger bekommen an der Unterkante eine Verstärkung aus einem Polystyrolstreifen, 0,75x0,25mm klein. Ich habe den Wagen dazu hochkant an meine Stahlklötze gelegt und unten mit etwas dünnem Blech unterfüttert, sodaß die Kante einfach angelegt und verklebt werden konnte. Beim Verkleben muss man nur aufpassen, dass man nicht punktuell zu starken Druck aufbringt – das würde nämlich die Verstärkung an dieser Stelle deformieren und später als hässliche Delle sichtbar sein. Ich habe daher auch ein Eisenklötzchen zum Andrücken genutzt und mich von der Mitte her nach außen vorgearbeitet.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Ladefläche ist beim Vorbild mit Holzbohlen gedeckt, mein Modell bekam hier eine durchgehende Bleiplatte, dadurch wurde es etwa 40g schwer. Sie wurde mit Pattex ganzflächig aufgeklebt.
Damit das Blei wenigstens ein bisschen wie Holz aussieht, habe ich im Abstand von 3mm Rillen als Bretterfugen eingeritzt.
ACHTUNG: Blei ist giftig! Bitte arbeite mit der nötigen Sorgfalt.
Das Blech läßt sich hervorragend mit einem Bastelmesser schneiden, spanendes bearbeiten (sägen, feilen) ist daher überflüssig – mir wäre dabei auch wirklich nicht wohl.
Um beim Spielen keine Gefahr einzugehen, sollte das Blech dick lackiert werden.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Achshalter werden von unten mit Pattex auf das Bleiblech geklebt.
Der Normschacht ist ein Stück einer Kurzkupplungsdeichsel aus der Bastelkiste eines Freundes, sie wurde soweit gekürzt, dass nur noch ein Stück zum verkleben von der Deichsel überblieb. Sie ist auf ein 1mm dickes Stück Polystyrol mit Pattex und Zweikomponentenkleber geklebt.
Die Puffer sind starre Drehteile von Weinert, die Pufferplatten stammen aus Weinerts Güterwagenätzblech. Sie wurden mit Zweikomponentenkleber von hinten verklebt.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Nach einer langen Pause, etwa sechs Jahre, in denen ich nicht am Wagen gebaut und mir gelegentlich Gedanken über den Bau der Rungen aus einzelnen Streifen gemacht habe, konnte ich mich endlich dazu durchringen, die Rungen und -halter als Gussteile von Weinert zuzukaufen. Das erhöht den Preis des Wagens zwar stark, aber dafür wird er überhaupt mal fertig.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Gussteile sind wirklich fein; die Rungen ließen sich sogar abnehmbar bauen, dann würden sie ganz vorbildgerecht mit einem Splint gesichert werden. Das war mir aber insbesondere im Hinblick auf dem Fremo-Einsatz zu riskant; die Rungen würden sicher recht schnell verloren gehen. Ich habe sie daher mit den Aufnahmen verlötet.
Als einzige Gemeinheit finden sich teilweise starke Grate in den Rungenaufnahmen. Die zu entfernen bedarf einer wirklich kleinen Feile und einiger Ausdauer.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Montage der Rungen ist nach dem Entgraten der Gussteile nicht weiter schwer. Ich habe die fertig verlöteten Bauteile mit ihren beiden Stiften in eine passgenaue und eine etwas zu große Bohrung gesteckt und mit Sekundenkleber fixiert, dann von hinten mit 2K-Kleber vollständig verklebt.
Wichtig ist dabei, auf die exakte Ausrichtung zu achten. Bei so vielen gleichartigen, regelmäßig wiederholten Bauteilen fallen Unsauberkeiten sofort auf.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Stirnwand (oder Stirnrunge?) habe ich wieder aus Polystyrol gebaut. Sie besteht aus einem Stück dicken Polystyrols, das mit einer eingeritzten Fuge die beiden quer liegenden Bretter darstellt, und vier Haltern aus selbstgeklebten T-Profilen.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Es bietet sich an, zuerst die Profile zu bauen, dann auf die Stirnwand zu kleben und am Ende alles zusammen senkrecht an die Stirnfläche des Wagens zu bringen. Erst danach habe ich die Profile am unteren Ende auf ihre exakte Länge geschnitten, so schließen sie garantiert mit der Unterkante der Pufferbohle ab.
Die Ladeschwellen entstanden wieder aus PS-Streifen. Diese müssen sorgfältig rechtwinklig geschnitten oder gefeilt werden, schräge Kanten fallen später sofort auf.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Zum Abschluß bekommt der Wagen noch Bremsumstellhebel und Zettelhalter. Ich habe hier auf Bauteile aus Weinerts Güterwagenätzblech und vom AW Lingen zurückgegriffen.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Zur Lackierung habe ich Humbrol-Farben genutzt. Der Rahmen wird mattschwarz, die Ladefläche holzbraun gespritzt. Die Stirnrunge habe ich mit dem Pinsel in RAL8012 (Humbrol 133 passt recht gut) lackiert.
Die Beschriftung hat Andreas Nothaft gesetzt und gedruckt. Beim Aufbringen habe ich den Fehler gemacht, keinen glatten Untergrund geschaffen zu haben (etwa durch örtliches Lackieren mit glaänzendem Klarlack), sodaß die Trägerfolie schimmernd sichtbar ist. Glücklicherweise fällt das nach der Alterung nicht so sehr auf.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Unterwegs irgendwo im Fremoland zur nächsten Ladestelle...



Material und Kosten
1 mm Polystyrol
0,5 mm Polystyrol
0,25 mm Polystyrol
0,5 mm Bleiblech
Liliput Linz (benötigt werden nur Achshalter und Federpakete) 9€
Feststehende Weinert-Puffer 1,60€
2x Luck RP25-Radsätze je 1,50€
Gegossene Rungen von Weinert 12,42€
Anschriften von Andreas Nothaft (Inkl. Setzen, jetzt ist der Satz fertig verfügbar und daher günstiger) 9,00€
Insgesamt 35,52€

Weder Fotos noch Texte von dieser website dürfen ohne mein Einverständnis anderweitig verwendet werden.

Druckansicht
Letzte inhaltliche Änderung: 31.12.2013, Tobias Meyer, website.2017@bf-vln.de.
Es waren bisher 19397 Besucher auf dieser Seite.