Vier Linden
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www.bf-vln.de - Riva Ariston
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Bau einer Riva Ariston

Preiser bietet unter der Bestellnummer 17304 Holzboote an, die ganz profan als 'Motorboote' bezeichnet werden. Wenn man sie erstmal in den Händen hält fällt aber schnell auf, dass es ganz klar Nachbildungen der geradezu legendären Riva Ariston sind. Diese wurden zwischen 1950 und 1976 in Italien gebaut. Damals wie heute sind sie sündteure Luxusartikel. In 1:87 ist das glücklicherweise nicht so, auch wenn der Preiser-Bausatz für immerhin etwa 15€ verkauft wird.
Die Modelle bestehen aus wenigen Teilen, weniger als man anhand der Produktfotos annimmt. Der Rumpf wird aus dem Unterwasserschiff, den Seitenwänden und dem Deck zusammengesetzt, Dazu kommen noch die Inneneinrichtung (ein Teil zzgl. Lenkrad), die Windschutzscheibe und ein bisschen Kleinzeug (Propeller, Aufbauten auf dem Bug, Fahnenmast). Der Rumpf ist braun eingefärbt, die hellen Streifen obenauf sind leider gedruckt. Da die Spritzgußteile doch ziemlich nach Plastik aussehen, und da man die Seitenwände unbedingt nacharbeiten muss, lässt sich die hübsche Bedruckung wohl nicht bewahren. Da der Rumpf aus mehreren Teilen zusammengesetzt wird sind Größenunterschiede nicht vollständig zu vermeiden, beim Verschleifen merkt man aber ziemlich bald dass man doch einiges runterschruppen muss.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Sitzbänke werden eigentlich von oben durch ein Loch im Deck in den offenen Rumpf gesetzt, dadurch gibts rechts und links einen Hohlraum der deutlich auffällt. Mit einigen kleinen PS-Platten kann er aber problemlos verschlossen werden. Bei der Gelegenheit kann man den Sitzbänken auch einen Fußboden spendieren
Gebaut ist der Innenraum aus zwei 1mm-Platten vorne und hinten sowie zwei kalt gebogenen 0,5mm-Platten seitlich. Der Boden ist 0,25mm dünn. Zusätzliche bekommt die vordere Bank Halteböcke auf die sie aufgeklebt werden kann.
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Die umlaufenden Kanten müssen sorgfältig verspachtelt werden um unschöne Stufen in den Seitenwänden zu vermeiden. Zu italienischer Eleganz passen grobschlächtige Spalte, Kanten und Stufen einfach nicht.
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Wie man sieht ist auch nach dem Schleifen noch einiges an Spachtelmasse dran.
Dieses Boot soll fahren, daher habe ich einen Wasserlinienrumpf gebaut. Es liegt dafür zwar auch ein Bodenstück bei, das ist aber sehr flach und passt eher zu einem ruhig daliegenden, fest vertäuten Boot im Hafen. Meins soll fahren, daher habe ich den Vollrumpf unten abgefeilt, dabei hab ich hinten so viel Material weggenommen dass ich durch die Oberfläche brach.
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Auch die Oberfläche wird vollständig geschliffen, denn die Druckfarbe ist erhaben und würde später durch die Lackierung hindurch sichtbar bleiben. Auf dem Bug kann man problemlos schleifen, auf dem Heck mit seinen Details ist das leider etwas schwieriger. Um das Ende eines Kaffeerührstäbchens gewickeltes Schleifpapier hat mir geholfen.
Die Linien, die die Struktur des Holzes darstellen sollen, werde ich später mit selbst erstellten Decals neu aufbringen.
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Den Spiegel am Heck habe ich natürlich auch geglättet, dabei sind die Auspuff'rohre' verloren gegangen. Macht nichts, kann man neu bauen, sieht auch besser aus. Ich habe 1mm MS-Rohr genommen, das ich auf 0,8mm aufgebohrt habe. Die Wände sind nun schön dünn aber noch ausreichend stabil für Laubsäge und Feile, es war also kein Problem die Rohre parallel zur Fläche zu feilen. Spätestens beim Abkleben des weißen Unterwasserschiffes (Die Trennkante geht mitten durch die Rohre) merkt man aber, dass späteres Einkleben sinnvoller gewesen wäre...
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Den Zierrat im Bug (Von vorne nach hinten: Klampe, Signalleuchte, Sirene) habe ich mittlerweile eingeklebt. Verschleifen ist unlustig, vermutlich wäre es einfacher gewesen die drei Teile abzutrennen, den Spalt mit dem Haltebalken zu füllen und glattzuschleifen. Danach müsste man dann die Details einzeln aufkleben. Ich habe schmale Streifen Schleifpapier genommen und mit zwei Fingern durch die Zwischenräume gezogen, wie Zahnseide, während ich mit einem spitzen Messer an den Stellen, an denen Material abgetragen werden sollte, aufdrückte. Das Boot habe ich dabei am Tisch festgeklemmt. Die grauen Stellen sind Spachtelmasse von unsauberer Arbeit...
In dieser Ansicht sieht man auch gut, dass beim Fahrer ein Stück der Sitzbank rausgesägt und hochgeklappt wurde, wobei der hochgeklappte Teil tatsächlich ein Stück 1mm-PS ist. Die echten Boote haben das wohl, damit der Fahrer aufstehen kann, weil er sitzend bei zügiger Fahrt nicht mehr über den Bug sehen könnte. Bei der Scheibe habe ich den Anguß noch etwas abgeschliffen, die Kratzer können aber mit Displex ganz gut auspoliert werden.
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Nach der ersten Schicht Grundierung kann man gut einschätzen ob noch Fehlstellen verspachtelt und neu geschliffen werden müssen. Ich bin mit dem Resultat zufrieden, lediglich rechts vor der Scheuerleiste gibt es eine kleine Fehlstelle. Dafür nochmal spachteln, schleifen und grundieren werde ich mir aber nicht antun. Dummerweise sieht man dort, wo ich die Bedruckung nicht vollständig abgeschliffen habe, noch leichte Streifen. Das ist aber nicht so schlimm, denn da später auch wieder Streifen dort aufgebracht werden ist das nicht mehr so offensichtlich. Später, beim Abkleben hat sich gezeigt, dass es ungeschickt war, die Auspuffrohre bereits einzukleben. Dort musste das Klebeband recht aufwendig drumherum gestückelt werden.
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Das Unterwasserschiff des Modells wurde nun glänzend weiß lackiert, nach dem Abkleben der obere Teil braun. Ich habe dort matte Farbe genutzt, weil ich die nicht neu kaufen musste, was sich aber als Fehler herausgestellt hat, da man die Decalkanten doch etwas schimmern sieht. Eine Schicht glänzenden Klarlacks unter ihnen hätte vielleicht geholfen.
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Das Modell wurde mit recht vielen individuellen Decals beklebt, die mir Andreas Nothaft gedruckt hat. Ich habe sie selbst in Inkscape gesetzt, wobei als Vorlage für die Konturen ein Foto des Modells und des Preiser-Bogens diente. Bei der Platzierung und der Form der Logos habe ich mich an Fotos von echten Booten orientiert, die man zu Hauf findet.
Die selbstgesetzten Decals wurden für die silbernen Zierlinien (die wesentlich dünner als auf dem Preiser-Bogen sind), den "Riva"-Schriftzug und die -Flagge, die Landesflagge, den Namen, die Kühlungsöffnungen, das Armaturenbrett und die Decksleisten genutzt.
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Der braune Lack und die Decals wurden mit zwei Schichten glänzenden Klarlacks versiegelt, den ich danach aufpoliert habe. Dabei bin ich leider an einigen wenigen Stellen durch die Lackschicht gebrochen, so musste der Name auf dem Heck des Bootes später mit etwas silberner Farbe geflickt werden. Die beiden Flaggen bestehen auch aus Decals, die nach dem Einweichen einfach einmal um den Masten gelegt und zusammengedrückt wurden. Sie halten nun vor allem an sich selbst.
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Die Windschutzscheibe habe ich mit Displex-Handypolierpaste poliert, da Preiser leider den Anguss mitten in die Glasfläche gelegt hat. So ganz perfekt ist mir das nicht gelungen, aber in echt sehen die Riefen weniger schlimm aus als auf diesem Foto. Beim Polieren des Klarlacks ist auch die Klampe, das erste Detail auf dem Bug, zerstört worden. Ich habe es aus 0,5mm-Polystyrolstäben neu gebaut. Der Chromschutz am Bug und der Scheibenrahmen sind auflackiert.
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Auch am Heck wurden noch einige Details mit silberner Farbe hervorgehoben, etwa die Auspuffrohre, der Fahnenmast und die Lüftungsöffnungen.
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Die Motorraumklappe ist von einer Rille umgeben, nach einmaligem 'Einspuren' des Pinsels kann man die sehr gut nach nachziehen.
Im Innenraum wurden nach dem Lackieren die Sitzbänke und einige Details eingeklebt. Neben dem Lenkrad ist ein silberner Hebel, der wohl der Drosselklappensteuerung dienen dürfte. Die Decksleisten sind aufgebrachte Decals, die ich anhand eines Fotos des Modells gezeichnet habe. Sie wurden von mir über die Lufthutzen aufgebracht und deshalb leider teilweise etwas zerknittert, insbesondere vorne rechts. Dort werde ich wohl eine Figur so platzieren, dass dieser Bereich abgedeckt ist.
Jetzt fehlt nur noch das zum Boot passende Flußmodul...

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Letzte inhaltliche Änderung: 02.01.2009, Tobias Meyer, website.2017@bf-vln.de.
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