Vier Linden
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www.bf-vln.de - Kompressor für Airbrush
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Kühlschrankkompressor für die Airbrush

Für eine Airbrush, die ich von einem Freund vor einer Weile geschenkt bekommen habe, brauchte ich einen Kompressor.
Er sollte leise und günstig sein. Ein Lufttank war mir nicht so wichtig, da ich mit der Ausrüstung eines Freundes (Harder & Steenbeck Evolution mit Faller Air Boss) die Erfahrung gemacht habe, dass ein weicher Gummischlauch einen pulsierenden Luftstrom gut kompensiert.
Außerdem sollte der Druck gut regelbar sein und angezeigt werden.
Da keiner der im Handel erhältlichen Kompressoren diese Anforderungen erfüllt (vor allem waren sie mir zu teuer), baute ich einen aus einem Kühlschrankkompressor selbst.

Den Kühlschrank habe ich bei der Firma Tönsmeier in Hövelhof abgegeben, wo man sehr entgegenkommend war. Es wurde das Kühlmittel abgesaugt, und danach der Kompressor ausgebaut und mir wieder mitgegeben. Dabei muss man auspassen, dass an den Enden noch ein Stück des Rohres stehen bleibt, normalerweise wird das so kurz wie möglich abgeschnitten.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Als erstes muss die Verkabelung geändert werden.
Aus dem Anschlusskasten des Kompressors kommt direkt das Anschlusskabel des Kühlschranks. Da ein Kühlschrank aber nicht dauerhaft laufen darf, muss er einen Thermoschalter haben, der ihn bei Unterschreiten einer bestimmten Temperatur abschaltet. Dieser ist über ein zweites Kabel am Kompressor angeschlossen.
Dieses Kabel muss abgebaut werden, stattdessen muss das Anschlusskabel mit dem Stecker direkt mit dem Kompressor verbunden werden.
Um in Arbeitspausen schnell ausschalten zu können, habe ich in der Zuleitung einen Trittschalter.
ACHTUNG: Netzspannung ist gefährlich! Wenden Sie sich für diese Arbeiten an einen Fachmann!
Danach kann ein erstes Mal der Stecker eingesteckt werden, um zu schauen, aus welchem Rohr die Luft kommt. Dies sollte aber im Freien geschehen, manchmal kommt da noch Dreck raus (vor allem, wenn man das Rohr außen entgratet hat.).
Das Ansaugrohr sollte auf keinen Fall entgratet werden - die Späne würden in den Kompressor gesogen werden!
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Bei den für Druckluft üblichen Rohren werden sehr merkwürdige Gewinde verwendet, deren Abmessungen ihren Ursprung in England haben. Ich habe mich bei der Wahl nach dem Druckminderer gerichtet. Dieser hat G1/8-Gewinde, also habe ich den Rest auch damit aufgebaut.
G sind zylindrische (also, im Gegensatz zu konischen, R, nicht selbst dichtende) Gewinde nach ISO 228-1. Die Bezeichnung steht für den Innendurchmesser des Rohres, für das die Verschraubung gedacht ist. G1/8 ist für den Innendurchmesser 1/8", also 3,2mm. Es hat einen Außendurchmesser von etwa 9,7mm. G1/8 ist absolut inkompatibel zu normalen 1/8" oder anderen, ähnlich großen (3/8") Gewinden.
Damit die Teile untereinander dicht verbunden sind, muss das Außengewinde mit Teflonband eingewickelt werden, bevor es verschraubt wird.
Weil aber die G1/8 Gewinde sehr kurz sind, und mein Band 12mm breit, habe ich es nach dem Umwickeln, am Ende des Gewindes, mit einem scharfen Messer abgeschnitten.
Ein Foto von www.bf-vln.de
An ein T-Stück kommen drei Teile: Ein Sicherheitsventil, ein Druckminderer und natürlich der Kompressor.
An einen der seitlichen Anschlüsse kommt das Sicherheitsventil, das bei einem Druck, der zwischen 6 und 12 bar einstellbar ist, öffnet.
Ihm gegenüber kommt der Druckminderer. Dieser kann jedoch nicht direkt angeschraubt werden, dazwischen muss noch ein Nippel mit beidseitigem Gewinde.
An seinen Ausgang wird eine Tülle geschraubt, auf die der Schlauch gesteckt werden kann.
Erst wenn alle Einzelteile zusammengesetzt sind, wird der Kompressor verbunden, damit dessen Rohr nicht allzu große Kräfte während des Schraubens aushalten muss.
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Da ich keine Verschraubung für 5mm Rohre auftreiben konnte, hat mir ein Klempner einen aufgebohrten Abschlussstopfen aufgelötet. Ich habe diese Arbeit einen Fachmann machen lassen, da die Lötstelle den Druck auf jeden Fall aushalten muss, und ich mir diese heikle Arbeit ersparen wollte.
Über den Druckminderer lässt sich der Druck einstellen, mit dem die Airbrush betrieben wird. Diesen kann man bequem am Manometer ablesen. Leider hat der, den ich günstig bekam, keinen Wasserabscheider. Eine Wartungseinheit, bestehend aus Manometer, Druckminderer und Wasserabscheider, wäre besser geeignet.
Ein Foto von www.bf-vln.de
Die Airbrushpistole hat einen Stecknippel bekommen. Dessen Gegenstück, eine Schnellkupplung, wird auf den Schlauch geschraubt. Damit können sie schnell und einfach getrennt werden.
Der Schlauch ist aus Silikon, da dieses sehr weich ist. Einerseits kann er daher bequem gehandhabt werden, andererseits dämpft er die Luftpulse des Kompressors gut ab.
Der Kompressor läuft ständig, wenn er eingeschaltet ist. Dies ist aber nicht störend, da man ihn kaum hört.
Das Sicherheitsventil habe ich auf etwa 8bar eingestellt, sodaß dieser Druck vor dem Druckminderer aufgebaut wird. Damit kann ich den vollen Einstellbereich des Druckminderers, 0 bis 7bar, ausnutzen.
Hinter dem Druckminderer, also an der Airbrush, ist der eingestellte Druck verfügbar. Wenn das Ventil der Pistole geschlossen ist, oder sie getrennt ist, kann keine Luft austreten (die Schnellkupplung schließt selbsttätig.). Dann entweicht die komplette Luft über das Sicherheitsventil.

Material und Kosten
Entsorgungsgebühr des Kühlschrankes beim Fachbetrieb 14,50€
Abgabegebühr beim lokalen Entsorger (weg musste er eh...) -9,80€
Druckminderer mit Manometer (gebraucht), beidseitig G1/8 7,00€
Sicherheitsventil, einstellbar von 6 bis 12bar, G1/8
T-Stück 3x G1/8 3,46€
Schlauchtülle G1/8 für 4mm lichte Schlauchweite 0,73€
Doppelnippel 2x G1/8 0,51€
Gewindedichtband 1,16€
Schnellkupplung NW 2,7 für Schlauch 6x4mm
2m Silikonschlauch 5x3mm 1,16€
Insgesamt 18,72€


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Letzte inhaltliche Änderung: 12.04.2005, Tobias Meyer, website.2017@bf-vln.de.
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