Vier Linden
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www.bf-vln.de - Eine Brücke mit 10,4m Spannweite
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Eine Brücke mit 10,4m Spannweite

Ein Foto von www.bf-vln.de
Ein anderes Projekt beschreibt den Bau eines Wehres. Über den Fluß, den dieses aufstaut, soll die Bahn auch irgendwie kommen, also brauchte ich eine Brücke.
Als erstes habe ich geschaut, was der Handel so bietet, da ich eine genietete haben wollte. Das war leider sehr ernüchternd, da es entweder nur alte Konstruktionen gab, welche mit durchgehendem Schotterbett, oder geschweißte. Oder alles zusammen.
Also ging es mal wieder mit der Kamera an die Bahnstrecke, Brücken suchen.
Eine sehr kleine (geschätzt 12m) habe ich bei Klein Düngen gefunden, an einer zweigleisigen Strecke. Das macht aber nichts, da man dort zwei einzelne Brücken nebeneinander gebaut hat (die verschieden sind!).
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Kaum zu sehen versteckt sich die Brücke hier zwischen den Bäumen.
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Von unten kommt man an der einen Seite recht gut dran, und so habe ich dann auch gleich jemanden als Maßstab mit abgelichtet...
Man erkennt hier recht gut, dass die Brücke aus Stahlplatten und -winkelprofilen besteht, die zusammengenietet wurden. Weil ich keine 1000 Nieten nachbilden wollte, habe ich die Brücke geschweißt gebaut. Die Konstruktion ist dabei sehr ähnlich, und unterscheidet sich nur im Detail.
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Gut ist hier zu erkennen, was mir an der Brücke so gut gefällt: Man kann von oben hindurchschauen, und doch ist sie (dank der großen seitlichen Langträger) sehr stabil.
Die Konstruktion ist recht simpel: Die großen Langträger an den Seiten sind über quer verlaufenden Doppel-T-Träger verbunden. Diese sind untereinander wieder mit Doppel-T-Trägern verbunden, auf denen dann die Schwellen liegen.
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Da die Brücke so kurz ist, ist auch die Längenänderung sehr gering. Deshalb reicht es aus, sie auf Gleitlagern abzustützen, anstatt auf Rollenlagern.
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Versteifungsdreiecke zwischen den Querträgern und den seitlichen Längsträgern.
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Den Steg aussen an der Brücke, den man hier ein bisschen sehen kann, habe ich mir gespart. Stattdessen kommen ein paar Blechplatten in der Mitte über die Schwellen, auf denen dann gelaufen werden kann.
Hier sieht man auch den Sockel an der einen Seite.
In einem Stein steht gemeißelt, dass die Brücke 1926 erbaut wurde.
Direkt unter der Brücke ist das Flußbett an den Seiten mit grob behauenen Steinen gemauert.
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Durch die Büsche sieht man, dass der Fluß kurz vor der Brücke mit Spundwänden befestigt ist.
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Nun gehts ans Bauen - Zuerst steht das Vorbereiten der Einzelteile an. Die beiden seitlichen Langträger bestehen aus 0,25mm Polystyrol, die Versteifungen aussen darauf auch.
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Damit alles wirklich rechtwinklig wird, habe ich mir eine Schablone im PC (in einem Tabellenkalkulationsprogramm...) gemalt und ausgedruckt.
Darauf habe ich dann die Querträger, 4,5x1,5mm Doppel-T-Träger, mit Fixogum geklebt.
Der Abstand, und damit auch die Länge der Brücke, ist auf den Schwellenabstand eines Gleises 2. Ordnung abgestimmt, also 670mm.
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Danach konnten dann auch schon die inneren Langträger eingesetzt werden, wobei ich hier nicht, wie im Original, Doppel-T-Träger benutzte, sondern einfache, 3,5x1mm große Streifen einer Polystyrolplatte, da ich hier zu geringe Stabilität befürchtete.
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Wenn der "Rahmen" getrocknet ist, können die äußeren Langträger angeklebt werden.
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Die inneren Versteifungen habe ich aus Polystyrolstreifen aufgeklebt und danach passend abgeschnitten.
Danach kam dann noch der Obergurt dran, und die beiden Enden bekamen ihren Abschluss.
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Die Diagonalversteifungen habe ich aus 1x1mm-Winkelprofilen untergeklebt.
Da ich Profile in der Menge nicht selbst bauen wollte, habe ich gekaufte von Plastruct verwendet. Ein positiver Nebeneffekt war, dass mir auch gleich wieder bewusst wurde, weshalb ich Winkelprofile gerne selbst baue: Die von Plastruct haben keine scharfen Kanten, nicht genau 90, und kosten recht viel Geld. Immerhin war das das teuerste an der ganzen Brücke, und zwar mit Abstand (die Platten für den Rest kosten keinen halben Euro, die paar Profile eher das zehnfache.).
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Lackiert, aber noch nicht gealtert, präsentiert sie sich so. Blöderweise besitze ich keine Spritzausrüstung, sodaß die Brücke mit einem Pinsel lackiert wurde. Da sie später gealtert werden wird, ist das aber nicht schlimm.
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Direkt auf der Brücke kann kein normales Flexgleis verwendet werden, weil hier spezielle Brückenbalken, die einen höheren Querschnitt haben, liegen.
Daher habe ich die Schwellen aus Holz selbstgebaut.
Von Tillig gibt es Kleineisennachbildungen aus Kunststoff. Sie haben an der Unterseite zwei Zapfen, mit denen sie in 0,8mm-Bohrungen sicher gehalten werden.
Mein Paket ist noch von Pilz, das lag wohl schon eine Weile beim Händler.
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Die Brückenbalken sind umgerechnet etwa 3x3mm groß.
Damit die Schwellen exakte Bohrungen bekommen, da die Spurweite von dem Abstand der Löcher abhängt, habe ich mir eine Lehre aus Polystyrolplatten gebaut.
30mm lange Stücke einer Holzleiste haben mit Hilfe der Lehre vier Löcher für die Zapfen der Kleineisen bekommen, diese sind nur eingesteckt. Der Abstand der inneren Löcher zueinander beträgt 12,8mm, die Paare haben jeweils 4,5mm Abstand.
Um die 15 benötigten Schwellen, ein Muster, und die Lehre zu bauen, habe ich ungefähr eine Stunde gebraucht.
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Die Schwellen auf der Brücke. Sie wurden mit verdünnter schwarzer Farbe gebeizt, die Brücke mit rostbrauner und moosgrüner Farbe getupft.
Das Gleis ist nur lose aufgelegt, ich möchte es nicht festkleben. Die Schwellen werden später von der Rostfarbe an den Gleisen fixiert.
Um sicher zu gehen, dass die Brücke nicht im Betrieb zusammenbricht, habe ich ausprobiert, was sie aushält. Bei etwa 950g hat sie sich kaum durchgebogen.

Material und Kosten
1mm Polystyrol
0,25mm Polystyrol
10 1,2x1,2mm PS-Winkelprofile 3€
3x3mm Holzleiste 0,3€
2x Kleineisen, Tillig #85530 je 1,6€
Insgesamt 6,50€


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Letzte inhaltliche Änderung: 20.02.2005, Tobias Meyer, website.2017@bf-vln.de.
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